Höhere Lebensqualität für Diabetiker

Langfristige Folgeschäden des Diabetes mellitus treten vor allem an Augen, Nerven und Niere auf. Zur Behandlung dieser Schädigungen gibt es verschiedene neue Ansätze.

Bei der Entstehung der diabetischen Folgeschäden kommen mehrere Stoffwechselprozesse zum Tragen, an denen unter anderem die so genannte Proteinkinase C beteiligt ist. Erfolg versprechend in der Therapie dieser Spätschäden erscheint demnach vor allem der Einsatz spezifischer Hemmstoffe dieses Enzyms. Ruboxystaurin hat in ersten klinischen Tests im Rahmen einer oralen Therapie zu einer Normalisierung der Durchblutungsverhältnisse in der Netzhaut geführt. Diabetische Nerven- und Nierenschäden können damit möglicherweise ebenfalls zumindest in ihrer Entwicklung zum Stillstand gebracht oder sogar rückbildungsfähig zu werden.
Eine weitere Folge des erhöhten Blutzuckerspiegels ist ein vermehrter „oxidativer Stress“. Sinnvoll scheint daher eine Therapie mit Antioxidanzien, die in ersten Untersuchungen das Fortschreiten der Netzhautschädigung hemmen konnten.
Die synthetische Aminosäure Harkoserid könnte bald eine Möglichkeit zur Behandlung von diabetischen Nervenschmerzen sein. Erste klinische Untersuchungen erscheinen Erfolg versprechend. Ergebnisse einer weiteren Studie sollen 2005 vorliegen.
Benfotiamin, ein Vorläufer von Vitamin B1, kann die Erneuerungsfähigkeit diabetisch geschädigter Nerven fördern. Auch die Netzhautschäden können möglicherweise durch die Substanz verhindert werden.