Neuentwicklungen gegen Krebs

Neue Arzneimittel wirken gezielt gegen die Krebszellen und verringern die Nebenwirkungen erheblich.

Die Wissenschaftler arbeiten z.B. für eine Reihe von Krebsarten an Neuentwicklungen, die wesentlich gezielter als bislang nur die Krebszellen treffen, gesunde Zellen aber nicht beeinflussen. Das soll die Nebenwirkungen minimieren. Als besonders viel versprechender Weg gilt die Blockade von Signalen im Körper, die Zellen zu übermäßiger Vermehrung antreiben. Trastuzumab (ein gentechnisch hergestellter monoklonaler Antikörper) hat hierfür den Weg gewiesen. Im Unterschied zur Chemotherapie greift Trastuzumab nur die Krebszellen, nicht aber normale Zellen an; dadurch kommt es bei einer entsprechenden Therapie, bei der ebenfalls Ansprechraten über 50% erzielt werden, zu wesentlich weniger Nebenwirkungen wie Knochenmarksschäden und Haarausfall.
Die Anti-Angiogenese stellt einen grundlegend neuen Ansatz in der Tumortherapie dar. Anti-angiogene Substanzen greifen in die Wechselwirkung zwischen dem Tumor und seinen versorgenden Blutgefäßen ein. Ihr Ziel ist es, die Ausbildung von neuen Blutgefäßen und damit die Nährstoffzufuhr zum Tumor zu unterbinden und ihn so „auszuhungern“. Vor kurzem wurde das erste anti-angiogen wirkende Medikament (Bevacizumab) in den USA klinisch zugelassen. Mehr als 20 weitere Substanzen werden derzeit klinisch geprüft.