Umstellung von Tamoxifen auf Aromatase-Inhibitor kann Überlebenszeit bei Brustkrebs verlängern

Auch die aktuellste Auswertung der Intergroup Exemestane Study (IES) mit jetzt einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von fast 5 Jahren bestätigt bei Frauen mit einem Mammakarzinom im Frühstadium die vorteilhafte Wirkung eines Wechsels auf Exemestan nach 2- bis 3-jähriger adjuvanter endokriner Behandlung mit Tamoxifen. Die Gefahr eines Rezidivs ist weiterhin signifikant geringer, und auch die Gesamtüberlebenszeit scheint leicht verbessert zu sein.

Auch die Internationale Brustkrebs-Konferenz in St. Gallen 2007 und die deutsche Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) sprachen sich für eine solche sequenzielle Hormontherapie bei Frauen in der Postmenopause mit Brustkrebs im Frühstadium aus. Ob die initiale Behandlung mit einem Aromatase-Inhibitor ebenso effektiv ist wie die Sequenztherapie, wird zur Zeit in Studien untersucht.

Bereits 2004 hatte die Veröffentlichung der IES im New England Journal of Medicine geschildert, dass bei Patientinnen mit Mammakarzinom im Frühstadium und einer adjuvanten endokrinen Therapie nach 2 bis 3 Jahren Einnahme von Tamoxifen ein Wechsel auf den Aromatase-Inhibitor Exemestan vorteilhaft war, was die Verhütung eines Rezidivs betrifft. In die Studie waren mehr als 4700 postmenopausale Frauen eingeschlossen worden, bei denen nach operativer Entfernung des Karzinoms eine adjuvante endokrine Behandlung begonnen worden war.

Bisheriger Standard in dieser Situation war eine 5-jährige Behandlung mit dem Östrogenrezeptor-Antagonisten Tamoxifen (d.h. einer Substanz, die die wachstumsfördernde Wirkung von Östrogenen auf Brustkrebszellen hemmt). Nun konnte in der IES gezeigt werden, dass nach 2- bis 3-jähriger Tamoxifen-Therapie der Wechsel auf eine andere endokrin aktive Substanz, den Aromatase-Inhibitor Exemestan (d.h. eine Substanz, die über die Hemmung des Enzyms Aromatase nicht die Wirkung von Östrogenen unterdrückt, sondern deren Bildung verhindert), die Häufigkeit von Rezidiven oder Metastasen deutlich verminderte im Vergleich zur alleinigen Tamoxifen-Behandlung über die gesamten 5 Jahre.