Anhaltspunkte zur Thrombozyten-Aggregationshemmung nach Koronarstenteinlage

Amerikanische Fachgremien empfehlen 12-monatige Therapie nach Einlage medikamentenbeschichteter Stents

Nach Einlage eines Stents, sei es ein reiner Metallstent (bare-metal stent, BMS) oder ein medikamentenfreisetzender Stent (drug-eluting stent, DES), werden im Allgemeinen Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel zur Prävention von Stentthrombosen eingesetzt. Zu oft jedoch wird diese Prophylaxe nicht ausreichend lange durchgeführt, mit teils fatalen Folgen wie einem Herzinfarkt. Die AmericanHeart Association und das American College of Cardiology haben nun auf Basis einer aktuellen Literaturübersicht einige Empfehlungen zusammengestellt, die die Umsetzung der doppelten Thrombozytenaggregationshemmung im Alltag erleichtern sollen:

  • Eine doppelte Thrombozytenaggregationshemmung mit ASS plus einem Thienopyridin wie Clopidogrel vermindert die Rate kardialer Komplikationen nach Implantation eines Koronarstents.
  • Ein zu frühes Absetzen dieser Medikamente erhöht das Risiko für eine Stentthrombose und damit zusammenhängende klinische Komplikationen wie (tödliche) Myokardinfarkte.
  • Patienten sollten nach Implantation eines medikamentenbeschichteten Stents über 12 Monate mit zwei Thrombozytenaggregationshemmern behandelt werden.
  • Elektive chirurgische Eingriffe mit deutlichem Blutungsrisiko sollten verschoben werden, bis eine duale Thrombozytenaggregationshemmung ausreichend lange durchgeführt wurde, d.h. 1 Monat bei einem reinen Metallstent und 12 Monate bei medikamentenbeschichteten Stents.
  • Bei der Entscheidung für einen medikamentenbeschichteten Stent sollten die Fähigkeit eines Patienten, eine längere medikamentöse Thrombozytenaggregationshemmung korrekt einzuhalten, sowie die eventuelle Notwendigkeit einer geplanten invasiven Maßnahme berücksichtigt werden.
  • Patienten und Ärzte sollten mit dem behandelnden Kardiologen Rücksprache nehmen, bevor sie die doppelte Thrombozytenaggregationshemmung nach Stentimplantation beenden.

Das ausführliche Original dieser Empfehlungen ist in Circulation nachzulesen.